Was ist nur  aus unserer Fernsehlandschaft geworden? Früher hatte Fernsehen noch einen Bildungsauftrag: Immerhin zeigte mir Colt Seavers meinen allerersten Berufswunsch auf, während MacGyver suggerierte, ich könnte aus einem Zahnstocher ein ganzes Floß bauen. Durch Trapper John M.D. lernte ich, dass man als Doc im Krankenhaus ausreichend Zeit für Spässken, Saufen, und natürlich für die Liebe hat – etwas Zeit lässt sich zusätzlich einsparen, wenn man direkt vor dem Krankenhaus in einem Wohnmobil nächtigt.

Doch irgendwann war diese schöne, lehrreiche Zeit vorbei: Zunächst freute ich mich noch über eine Neuverfilmung von Pumuckl, registrierte dann aber, dass sich die Frau im schwarzen Umhang nicht unsichtbar machen konnte. Leider war es auch keine Superheldin, sondern nur Barbara Salesch. Damals ahnte ich noch nicht, was sich hinter diesem gekünzelt sardonischem Lächeln verbarg. Erst später wurde klar, dass diese Dame keineswegs für die Wahrheit sprach, sondern alles nur Lug und Trug war.

Was folgte, kam einer Wanderung von Lemmingen gleich, jedoch mit apokalyptischem Ausmaß. Eine Nanny z.B., die fast genau so lächelte wie jener wuschelige Rotschopf, dass ich mir fasst schon Sorgen machen musste, ob ich in Wirklichkeit nicht vielleicht in der Matrix gefangen und von Agenten nur so umzingelt bin.

Zwischenstopp: Der Adjektiv-Gau

Aber es kam noch schlimmer: In ”Bauer sucht Frau” suchten plötzlich liebevolle, treue, einfühlsame, zärtliche, einsame, ehrliche, schüchterne usw. Rinderwirte, Biobauer, Schäfer usw. nach einer würdigen Mama respektive Bäuerin. Obschon die jungen Leute somit das eine oder andere unbekannte Adjektiv aufschnappen konnten, vermochte dieser Umstand nur unmerklich zu trösten.

Und weil das alles noch nicht genug ist, machen heuer vollkommen talentfreie Menschen (nein, nicht die Moderatoren) ”Karriere” – oder so etwas Ähnliches: Da singt sich der Schäfer Heinrich (aus ”Bauer sucht Frau”) in die Charts, während eine mir bis dato völlig unbekannte Daniela Katzenberger  - mit immerhin zwei ”Talenten” gesegnet – singt, obwohl auch sie nicht singen kann, ein Café eröffnet, obwohl sie wieder backen noch bedienen (Nachtrag: Ok, bedienen soll sie können…) kann, und aus irgendwelchen unbekannten Gründen lächerlich gehyped wird (für was, das weiß ich bis heute nicht).

Aber die Geschichte ist noch nicht zu Ende:  In ”Tatort Internet” verfolgt Stephanie zu Guttenberg, Ehegattin von Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, Menschen, die sich via Internet-Chat an kleine Kinder ‘ranmachen’. Weniger, um aufzuklären (denn Aufklärung findet praktisch nicht statt – hier sei ein Artikel des Medienjournalisten Stefan Niggemeier empfohlen: http://ht.ly/2Qr7s ), als vielmehr aus reiner ”Effekthascherei”. Sind die Agenten der Matrix, die uns falsche Tatsachen vorspiegeln, nun also doch Wirklichkeit geworden?

Hätte es damals bloß eine Wiederholung von Pumuckl gegeben. Vielleicht wäre uns all das erspart geblieben.

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1 Kommentar

new good seller schrieb am 19. Oktober 2015 @ 18:58

The second half of the match, Xin Si test got only 4 points, 4 rebounds.
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